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An

onymität im Netz

 

Forschungsprojekte und Gedankenspiele

Neben den funktionierenden und frei verfügbaren Ansätzen existieren eine ganze Reihe von Projekten in unterschiedlichen Stadien, die ebenfalls die Privatsphäre im Internet sichern wollen.

Onion-Router

Abgeschlossen, funktionstüchtig und patentiert aber nicht öffentlich zugänglich ist das Projekt Onion-Router. Entwickelt in den Laboratorien der US-Marine, unterstützen Onion-Router mittlerweile eine ganze Reihe von Diensten, vom Web über E-Mail bis zu zur Kommunikation über das Usenet.

Der Name des Projekts verweist bereits auf die Funktionsweise. Im Internet funktioniert die Kommunikation über Pakete. Sie lassen sich grob zweiteilen: Das Paket enthält die Adresse an die es gehen soll (etwa ein Web-Server) und den Inhalt ("bitte die Seite index.html liefern"). Die Router als Vermittlungsstellen übernehmen es anhand der Adresse, das Paket zuzustellen. Ein Onion-Router verschlüsselt das Paket inklusive der Zieladresse mit der Chiffre eines zweiten Routers und übermittelt ihm das Paket. Der Zweite entschlüsselt das Paket und stellt es zu. Die Kommunikation läuft über mehrere Stationen, die der erste Router festlegt. Beim Durchlaufen der Kette schält jeder Router, wie bei einer Zwiebel, seine kryptographische Schale herunter. Damit entspricht das Funktionsprinzip dem oben geschilderten Verketten anonymer Remailer. Um auch die Verkehrsdaten zu verschleiern, verwenden auch die Onion-Router die Chaum'sche Idee des Mixes.

Free Haven

Mit dem Entwurf für Free Haven möchten Studenten des MIT ähnlich wie Freenet eine Möglichkeit der anonymen und zensurresistenten Veröffentlichung schaffen. Auch bei Free Haven ist eine Peer-to-Peer-Infrastruktur vorgesehen, die wiederum durch Mixe die Verkehrsdaten verschleiert. Zusätzlich sollen die beteiligten Knoten sich gegenseitig bewerten um ein ausreichendes Maß an Verlässlichkeit herzustellen: Knoten, die sich als unzuverlässig erweisen, rücken dadurch in den Hintergrund. Zu veröffentlichende Dokumente werden bei Free Haven so in Teile zerlegt und auf den Knoten gespeichert, dass eine bestimmte Anzahl der Teile erlaubt, das Dokument zu rekonstruieren (Publius verwendet die gleiche Technik für die Schlüssel).

NymIP

Auf Einladung der kanadischen Firma Zero Knowledge Systems haben sich in der NymIP-Forschungsgruppe ausgewiesene Spezialisten zusammen gefunden, um kontrollierte Anonymität beziehungsweise Pseudonymität im Netz zu ermöglichen. Mit kontrolliert meint die Gruppe, dass es im Ermessen der Anwender liegen soll, ihre Identität aufzudecken oder zu wahren. Der Entwurfsprozess soll öffentlich verlaufen. Das Projekt setzt bereits auf der grundlegenden Protokollebene an und macht die ersten Schritte mit der Erkundung der Probleme und dem Entwurf eines gemeinsamen Vokabulars.

Fling

Das jüngste und kleinste Projekt im Bereich der Anonymität nennt sich Fling und wird derzeit von einem Entwickler betreut. Die Orientierungspunkte für Fling sind einmal mehr Freenet und Mixmaster aber auch Onion-Router. Fling folgt, wie Freenet, dem Entwicklungsmodell von Open-Source-Source. Ziel ist es, zwischen den Internet-Protokollen und den Anwendungen eine anonymisierende Schicht einzuziehen. Bislang stehen bei Fling jedoch die Überlegungen zur Realisation im Vordergrund.