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onymität im Netz

 

Trau, schau, wem

Anonymität ist vielfach eine Frage des Vertrauens. Im Fall der Remailer tauchen immer wieder Gerüchte auf, einzelne Systeme seien nicht vertrauenswürdig. So äußert André Bacard, ein Datenschutzaktivist in den USA: "Ich habe einige Remailer gesehen, die mir verdächtig vorkommen." Doch einen Beleg mag Bacard aus rechtlichen Gründen nicht präsentieren. Keines der Gerüchte wurde bislang konkret, und der Nachweis, dass einzelne Remailer etwa von staatlichen Stellen betrieben würden, fehlt.

Wesentlich schwerer als solche Gerüchte wiegen die praktischen Erwägungen. Schließlich kann jeder, dem der Sinn danach steht, einen Remailer betreiben. Es fragt sich nur, ob die selbstgestellte Aufgabe auch zuverlässig gelöst wird. Probleme können beim Betrieb überall auftreten: Wird das Betriebssystem gepflegt und gegen Einbrüche abgesichert? Ist die Software korrekt installiert und spielen die Komponenten zusammen? Fallen tatsächlich keine Protokolleinträge an und werden temporäre Daten vollständig überschrieben? Da es kaum Antworten auf diese Fragen gibt, können Nutzer nur indirekte Schlüsse ziehen: Wer betreibt den Remailer? Gibt es Hinweise, dass die Person weiß, was sie tut? Ähnlich gelten die Fragen auch für andere Software.

Andere Kriterien für ein verlässliches Funktionieren sind der für jeden offenliegende Quellcode und das Alter eines Programms. Es gibt keine Garantie dafür, dass offene Quellen auch tatsächlich von vielen Augen überprüft werden, doch zumindest steigt die Wahrscheinlichkeit dafür. Ältere, häufig benutzte Programme sollten zudem schon in so vielen Szenarien zum Einsatz gekommen sein, dass die meisten Fehler behoben sind. Der Mixmaster ist ein Beispiel, das diese Kriterien weitgehend erfüllt. Zudem stellt er allein durch sein Konzept sicher, dass er nur einen vertrauenswürdigen Knoten benötigt, um verlässlich Anonymität herzustellen.